ERFAHRUNGSBERICHTE VORGESTELLT: ALASKAKREUZFAHRTEN

Geschrieben von: Becky · Kreuzfahrtdatum: August 2008

Alaskakreuzfahrt
Alaskakreuzfahrt

Ich war vom 23. bis 30. August unterwegs. Wir starteten in Seattle, gingen dort aufs Schiff (Norwegian Star), dann fuhren wir nach Ketchikan und Juneau, fuhren den Endicot Arm hinauf und anschließend nach Skagway, Prince Rupert, Kanada und zum Schluss zurück nach Seattle.

Ich war bereits in 48 Staaten, und Alaska ist der wunderschönste, großartigste, in dem ich bisher gewesen bin. Es ist ein Ort, wie ich noch keinen gesehen habe und ich bin entschlossen, wieder dorthin zu reisen. In Ketchikan sahen wir viele Totempfähle und da gerade die Lachswanderung stattfand, konnten wir sie beobachten, wie sie versuchten, einen Wasserfall hoch zu klettern. Ich glaube, allein an diesem Tag habe ich bestimmt 1000 Lachse gesehen. Wir besichtigten auch eine Lachsaufzucht und ein Totempfahlmuseum. Wir unternahmen all dies auf eigene Faust, da wir an diesem Tag keine Landausflüge gebucht hatten. Am nächsten Tag fuhren wir nach Juneau. Der Ausflug sollte uns zum Mendenhall-Gletscher und anschließend auf eine Walbeobachtungstour führen. Davor dachte ich noch: Wow, besser kann es eigentlich gar nicht werden – aber das konnte es! Alleine die Kreuzfahrt war beeindruckend, da wir die ganze Zeit auf beiden Seiten von Bergen umgeben waren. An diesem Morgen saß ich auf dem Balkon und wartete auf meine Freundin, die sich noch fertig machte. Auf einmal habe ich aus dem Augenwinkel etwas bemerkt. Ein Weißkopfseeadler ist nur ungefähr einen Meter von unserem Balkon entfernt vorbeigeflogen! Auf dem Weg zum Gletscher sind wir durch Juneau gefahren. Dort angekommen, haben wir einen (auch mit Rollstuhl leicht befahrbaren) Wanderweg genommen, auf dem wir Bärenfährten (ein Teil des Wegs war aufgrund von Bärenaktivitäten gesperrt) und Rotlachse entdeckten. Wir befanden uns in einer Art Tal, in das das Wasser des Gletschers floss. Ringsherum waren wir von Bergen und Wasserfällen umgeben. Unterwegs zum Gletscher habe ich die ersten Eisberge entdeckt, was ich ziemlich aufregend fand. Als wir den Gletscher erreichten, war für mich schwer zu fassen, wie massiv Gletscher eigentlich sind. Es war an diesem Tag bewölkt. Da die Sonne Farbe entzieht, konnten wir die tatsächliche Farbe des Gletschers sehen. Es war ein strahlendes, leicht verschleiertes Blau. Überall waren Wasserfälle und Eisberge zu sehen. Und ich dachte mir wieder: Noch besser kann es doch gar nicht werden ...

Anschließend sind wir mit einem Boot rausgefahren, um Wale zu beobachten. Um es kurz zu machen: Normalerweise bekommt man zwei oder drei Buckelwale zu sehen. Bei uns waren es 14, davon eine Mutter mit Kalb, die gemeinsam 3 Mal aus dem Wasser gesprungen sind (ich habe alles auf Video festgehalten). Außerdem haben wir Seelöwen, Seehunde und Weißkopfseeadler zu Gesicht bekommen. Besser kann es gar nicht mehr werden, oder ... Als wir zum Schiff zurückkehren, erklärt unser Kapitän, dass wir aufgrund schlechter Sichtverhältnisse einen Umweg über den Endicott Arm fahren. Dort erwarten uns riesige Berge auf beiden Seiten und leuchtend grünes Wasser, das vom Gletscher abfließt. An der Stelle, an der das „Gletschermehl“ auf den Ozean trifft, befindet sich eine grün-hellbraune Linie. Und auf einmal sehen wir diesen riesigen Gletscher in der Ferne. Es handelte sich um einen sogenannten „Hängegletscher“, der es noch nicht bis zum Ozean geschafft hatte. Dann sehe ich den ersten Eisberg im Meer und ein paar Wale, die miteinander spielen. Bis dahin war es früher Nachmittag und es war windig bei ca. 50 Grad im Freien. Mir war sehr kalt!! :) Während wir an diesem Arm entlangfahren, sehe ich weitere Eisberge und Wasserfälle. Wir müssen so nah an manchen Eisbergen vorbeifahren, dass wir ein paar kleinere rammen (was sich an dieser Stelle nicht vermeiden lässt). Auf vielen saßen Seelöwen und Vögel. Ich kann gar nicht beschreiben, wie toll das war. Wenn mein Gesicht fast taub vor Kälte war, bin ich reingegangen, habe mein Gesicht und meine Hände mit dem Fön gewärmt und bin gleich wieder raus, um ja nichts zu verpassen. Das sagt eigentlich schon alles. Wir kommen letztendlich zum Dawes-Gletscher, der diesen Arm mit Wasser versorgt und die Eisberge bildet. So sitzen wir eine Weile da und betrachten den Gletscher, immer noch mit einigem Abstand, aber der Kapitän sagt uns, dass er keinem Gletscher zuvor so nahe gekommen ist. Anschließend kehren wir um und fahren zurück, bevor die Dunkelheit einkehrt (im Dunkeln lassen sich Eisberge nur schwer erkennen und wir wollen keinen Titanic-Vorfall riskieren).

Besser kann es nicht mehr werden ...

Am nächsten Tag waren wir in Skagway, dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Mit einem Reisebus fuhren wir eine steile, kurvenreiche Straße hinauf und über die kontinentale Wasserscheide, wo wir anhielten und Gelegenheit hatten, Fotos zu machen. Wir haben sogar ein paar Bären gesehen. Anschließend fuhren wir über eine erdbebensichere, einseitige Hängebrücke. Direkt neben uns befand sich eine Verwerfungslinie. Bis dahin waren wir schon so hoch oben, dass es fast keine Vegetation mehr gab – wir befanden uns in der „arktischen Tundra“. Die paar Bäume, die hier wachsen, sind nur knapp einen Meter hoch und haben aufgrund der schweren Winter nur auf einer Seite Äste. In Kanada angekommen, sind wir mit dem Zug zurück nach Skagway gefahren. Es war wirklich schön. Das war die beste Zugfahrt überhaupt – wir haben einige Bockbrücken überquert und zwei oder drei Tunnel durchfahren. Bäche, Seen, Wasserfälle, Gletscher und Berge überall. Zurück in Skagway haben wir den Campingplatz „Liarsville“ besucht, wo wir Lachs serviert bekamen (den ersten auf dieser Reise – er war sagenhaft) und uns im Goldwaschen versuchen durften (angeblich handelte es sich um authentisches Gold aus Kanada :) ). Anschließend besichtigten wir ein ehemaliges Bordell. Am nächsten Tag waren wir in der kanadischen Stadt Prince Rupert, von wo aus wir mit dem Boot auf eine Insel fuhren, auf der sich Petroglyphen (in Stein geritzte Felsbilder der Ureinwohner Amerikas) befanden, und eine Tour durch den Regenwald unternahmen. Es gab wieder gebackenen Lachs. Und ich habe zum ersten Mal einen schwarzen Sandstrand gesehen!

Danach ging es leider schon wieder heimwärts.:(